Klaus Busch *1965

Vita

Geboren am 25.11.1965 in Limburg/Lahn. Aufgewachsen in Wetzlar. Städtebaustudium in Oldenburg (Oldb.). Stadtplaner in Teilzeit, professioneller Teilzeit-Künstler und Lehrbeauftragter an der Hochschule Deggendorf. Seit 1994 wohnhaft in Deggendorf (Bayern), verheiratet, Vater von drei Söhnen.

Auszeichnungen
  • Publikumspreis Marler Kunststern 2017
  • 2. Platz Kunstpreis „Faszinierende Schädel“ 2013
  • 2. Publikumspreis der Truderinger Kunsttage
  • 2012 zivil-Kunstpreis 2004
Jurierte Auswahlausstellungen
  • Marler Kunststern 2016, 2017 und 2018
  • „Art Moments“ in Budapest, Ungarn 2018
  • Auswahlausstellung „Frankenstein 4.0 – Schöpfung und Größenwahn“ in Ingolstadt 2018
  • Auswahlausstellung „Witz und Ironie“ in Karlsruhe 2020
  • 20., 23. und 24. NATUR-MENSCH des Nationalparks Harz in Sankt Andreasberg 2014, 2017 und 2018
  • „Kunst auf Abwegen“ in Nagold 2019
  • Auswahlausstellung Heise-Kunstpreis Dessau 2017
  • Auswahlausstellung zum Aichacher Kunstpreis 2016
  • OSTRALE´O15 in Dresden 2015
  • Auswahlausstellung „Heimat“ im Kunsttreff Quiddezentrum in München 2015
  • Auswahlausstellung zum Josef-Müller-Pauly-Gedächtnispreis für Aquarellmalerei in Weilburg 2015
  • Auswahlausstellung zum Kunstpreis der Stadt Weilburg 2015 und 2019
  • KalkKunst der Stiftung KalkGestalten in Köln 2014
  • Biennale „ARTiges“ des Kunstvereins Ottobrunn 2014
  • Kunstpreis „Faszinierende Schädel“ in Leoben, Österreich 2013
  • Truderinger Kunsttage im Kultur- und Bürgerzentrum Trudering in München 2012
  • „Aufbruch zur Ewigkeit“ des RBK Landsberg in Landsberg/Lech 2010
  • „Elemente“ des Kunstvereins Plauen in Plauen 2007
Einzelausstellungen (Auswahl)
  • Städtische Galerie Bad Griesbach 2013
  • Bürgerspital Plattling 2008, 2012 und 2015
  • Galerie im Haus der Diakonie Wetzlar 2010
  • Kapuzinerstadl Deggendorf 2016
  • Turmgalerie Werder/Havel 2016
  • Kunst- und Kulturforum Laubach 2017
  • Galerie in der Unteren Stadtkirche Wetzlar 2018 (einschl. „Nacht der Galerien“)
  • Ostbayerische Kunstsammlung im Spital Hengersberg 2018
Mitgliedschaften
  • BBK Niederbayern
  • Kunstverein Deggendorf und Kunst- und Kulturverein Regenbogen Plattling
  • Künstlergruppe IMAGO

„Der Narrenspiegel“
Künstlerisches Konzept

„Märchenhafte Fabel und bitterböse Häme: Beides ist Klaus Busch nicht fremd. Das schrieb der Münchener Merkur 2014 anlässlich der Biennale ARTiges in Ottobrunn. Das trifft sicherlich den Kern meines Arbeitens. Wie Haderer oder Deix häufig an der Grenze von „ernsthafter“ Kunst, Satire und Karikatur wandelnd, möchten meine Arbeiten Geschichten erzählen, Diskussionen anstoßen, vielleicht auch aufstoßen und Widerspruch erregen. Sie verstecken aber nicht das ein oder andere Augenzwinkern und erzählen diese Geschichten durch die Aneinanderreihung realer Eindrücke in irrealen Welten.

Das eckt teilweise auch kräftig an in Kirche und (Frei-)Staat. Vor etwa dreieinhalb Jahren habe ich eine Serie begonnen, die unter dem Titel „Narrenspiegel“ in immer gleichem Querformat meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte. Wie gut täte den großen und kleinen Mächtigen dieser Welt auch heute ein Hofnarr, der ihnen meinetwegen verschlüsselt, aber unverblümt die Wahrheit sagt. Dieser Narr versuche ich bildnerisch zu sein.

Die Serie befindet sich in der Entstehung. 30 Arbeiten sind fertig, bis Anfang 2021 sollen 40 Arbeiten vollendet sein. Ursprünglich war nur an etwa 20 Arbeiten gedacht. Die Welt ist derzeit aber so, dass sie so viel Material für einen Narrenspiegel bietet, dass inzwischen sogar über 40 Skizzen im Skizzenbuch auf die Umsetzung warten. Schauen wir, was die Welt dem Narren noch bietet.

Am Ende der Serie soll ein Bildband zum „Narrenspiegel“ und ab 2021 eine „Ausstellungstour“ mit den 40 Narrenspiegel-Werken stehen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie – abweichend vom akademischen Zeichenstandard – realistisch unreal in der auch im Künstlerkollegen und –kolleginnenkreis nicht so verbreiteten Pastellkreidetechnik gefertigt sind. Diese Technik habe ich vor etwa einem Dutzend Jahren für mich entdeckt. Sie steht heute im Mittelpunkt meiner bildnerischen Tätigkeit.

Das Pastellkreidezeichnen ist ein sehr haptisches Arbeiten. Häufig arbeitet man direkt mit den Fingern auf dem Papier. Der Farbauftrag erfolgt in einzelnen staubigen Schichten, die mit den Fingern direkt auf dem Papier verwischt werden. Das Mischen der Farben erfolgt direkt auf dem Papier. Feine Linien arbeitet man mit den scharfen Bruchkanten der Kreiden oder Pastellstiften aus. Mein Zeichenstil benötigt ich in der Regel eine genaue Vorzeichnung. Als Rechtshänder bin ich durch die Berührungsempfindlichkeit des Pastells gezwungen von links oben nach rechts unten zu arbeiten, um bereits aufgetragene Bildpartien nicht wieder mit dem Handballen zu verwischen. Die genaue Vorzeichnung erleichtert mir bei diesem Vorgehen die Orientierung auf dem Bild. Da beim Malen und Zeichnen mit Pastellkreide die Haftung der Pigmente auf dem Papier schwach ist, sind Pastelle sehr empfindlich. Aus diesem Grund werden die Zeichnungen im Arbeitsablauf, spätestens aber nach Fertigstellung des Bildes mit einem speziellen Fixativ besprüht, das den Abrieb und das Verwischen reduziert. Zum Schutz der Pastelle werden diese in der Regel hinter Glas gerahmt.

Mein eher ungewöhnliches Herangehen an diese Technik hat mir in den vergangenen Jahren eine Reihe von Einjurierungen in nationale und internationale Auswahlstellungen und den ein oder anderen Kunstpreis eingebracht. Hervorzuheben sind hier der Marler „Hattrick“ mit drei Teilnahmen 2016 bis 2018 am Marler Kunststern und der Verleihung des dortigen Publikumspreises 2017, die OSTRALE O´15 in Dresden und die ebenfalls gleich dreimalige Auswahl für die internationale „NATUR-MENSCH“ des Nationalparks Harz 2014, 2017 und 2018.

Deggendorf, im April 2020
Klaus Busch